Zwischen Wachstum und Erwartungen

Veröffentlicht am 6. Juni 2026 um 08:04

Zwischen Wachstum und Erwartungen: Warum ich aufhöre, nach der Pfeife anderer zu tanzen

​Wir alle kennen diese kleinen Momente auf Social Media: Du teilst einen Erfolg, ein schönes Foto oder einen Meilenstein – und von den Menschen, die dir eigentlich am nächsten stehen sollten, kommt: Nichts. Kein Like, kein Kommentar, betretenes Schweigen.

​Lange Zeit dachte ich, ich bilde mir das nur ein. Man redet sich ja gerne ein, dass die Leute es „einfach übersehen“ haben. Aber mein Bauchgefühl hat mich in 95 % der Fälle nicht getäuscht. Wenn man eine starke Empathie und eine gute Menschenkenntnis hat, spürt man die Schwingungen. Man merkt, wenn Menschen dir ins Gesicht lächeln und sagen „Alles super!“, während ihr Verhalten eine ganz andere Sprache spricht.

​Es geht dabei gar nicht nur um ein dämliches Like auf Instagram. Social Media ist hier nur der Spiegel einer viel tieferen Wahrheit, die uns im echten Leben, im Beruf und in Freundschaften begegnet: Viele Menschen unterstützen dich nur, solange du in ihrer Schublade bleibst.

​Die „Gönnen-nur-zu-meinen-Bedingungen“-Falle

​In den letzten Jahren ist mir eine Sache schmerzhaft klar geworden. Es gibt im Grunde drei Arten von Menschen in unserem Umfeld, wenn wir uns verändern oder erfolgreich werden:

  1. Die echten Supporter: Sie gönnen dir deinen Erfolg von ganzem Herzen, egal was du tust.
  2. Die Neider: Sie zeigen dir offen oder subtil, dass sie dir deinen Erfolg nicht gönnen.
  3. Die Bedingungs-Gönner: Und das ist die gefährlichste Gruppe. Sie gönnen dir deinen Erfolg – aber nur zu ihren Bedingungen.

​Diese Menschen helfen dir vielleicht sogar, oder sie geben dir Ratschläge. Aber wehe, du funktionierst danach nicht genau so, wie sie sich das vorgestellt haben. Wehe, du zeigst nicht die exakte Portion Dankbarkeit, die sie erwarten. Wenn du nicht nach ihrer Spur tanzt, wird der Support entzogen. Es ist eine Form der subtilen Bestrafung.

​Businessfrau im Bikini? Warum das kein Widerspruch ist

​Ich habe beruflich in der letzten Zeit viel verändert. Ich strukturiere mich neu, hole mir Unterstützung im Social Media Marketing und schlage den Weg einer echten Businessfrau ein. Aber das bedeutet doch nicht, dass ich mein Wesen an der Garderobe abgebe!

​Wenn ich im Sommer ein Bild im Bikini am Pool poste, weil die Sonne scheint und ich mich freue, dann ist das mein echtes Leben. Prompt kommen die Stimmen: „Aber du wolltest doch weg von dem sexy Content, warum postest du das jetzt?“

​Hier ist meine Antwort: Weil ich immer noch ICH bin.

​Ich lasse mir mein eigenes Ich nicht nehmen. Ich kann eine knallharte, professionelle Businessfrau sein und trotzdem mein Leben, meine Freude und ein sommerliches Foto teilen. Mein Account wird sich verändern, ja. Aber er wird niemals seine persönliche Note verlieren. Ich lasse nicht mehr zu, dass andere Menschen versuchen, mich umzuerziehen oder mein Wesen wegzuretuschieren, nur damit ich in ihr starres Weltbild passe.

​Warum mein Kreis immer kleiner wird (und das gut so ist)

​Früher hat es mich extrem getriggert und mein Gewissen belastet, wenn ich gemerkt habe, dass Menschen unaufrichtig zu mir sind oder mich verändern wollen. Heute weiß ich: Mein Gespür ist meine Superkraft, kein Fehler.

​Deshalb ziehe ich Konsequenzen. Mein Kreis an echten Bezugspersonen ist sehr, sehr klein geworden. Es gibt nur noch wenige Menschen in meinem Leben, die zu 100 % echt sind. Und das ist völlig okay. Es schützt meine Energie. Aus genau diesem Grund frage ich auch extrem selten um Hilfe – weil ich diese unausgesprochenen Verträge („Ich helfe dir, aber dafür gehörst du mir“) im Leben nicht mehr unterschreibe.

Mein Learning für dich:

Lass dir von niemandem einreden, du seist „zu empfindlich“, wenn dein Bauchgefühl Alarm schlägt. Wenn Menschen dich verändern wollen, statt dich zu akzeptieren, ist das ihr Problem, nicht deins. Bleib dir treu – egal ob im Job, im Leben oder auf deinen Fotos. Wer dich nur zu seinen Bedingungen mag, darf gehen.

 

​Was denkst du?

​Kennst du diese Situationen, in denen du merkst, dass der Support von „Freunden“ plötzlich aufhört, weil du dich weiterentwickelst? Wie gehst du mit deinem Bauchgefühl um? Schreib es mir unbedingt in die Kommentare – ich freue mich auf den echten, ungeschminkten Austausch mit euch!

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